Wie wird im Projekt gearbeitet?

Wir arbeiten mit einem bio-psycho-sozialökologischer Gesundheitsbegriff, das heißt: Es geht uns um die Berücksichtigung körperlicher und intrapersoneller sowie sozialer und materieller Einflussfaktoren. Gesundheit verstehen wir als Zustand des Wohlbefindens, bei dem Risiko- und Schutzfaktoren im Gleichgewicht sind (vgl. Hurrelmann & Richter 2013).

Unsere Perspektive ist eine salutogenetische (vgl.Antonovsky 1997), das heißt: Wir schauen vor allem auch darauf, was gesund hält und welche Ressourcen für Gesundheit Studierende bereits mitbringen oder hinzugewinnen können.

Den Ausgangspunkt für MyHealth bildet der in der Gesundheitsförderung hinsichtlich Wirksamkeit und Nutzen etablierte Public Health Action Circle (PHAC). Um den spezifischen Rahmenbedingungen des Projekts gerecht zu werden, wird der PHAC mit der Strategie der Aktionsforschung – und hier vor allem dem Programm der Community-Based Participatory Research (CBPR, vgl. von Unger 2012) – kombiniert.

Diese Herangehensweise:

  • verbindet die Anwendungsorientierung eines Projekts zur Gesundheitsförderung (Veränderung) mit der dazu notwendigen Untersuchung des noch wenig erkundeten Feldes studentischer Lebenswelten (Forschung)
  • lässt sich mit den Kernaufgaben Forschung und Lehre vereinbaren und ist somit anschlussfähig an das universitäre System
  • legitimiert das Projekt über forschendes Arbeiten bei den unterschiedlichen Akteuren in der Organisation
  • bringt über die Integration in Lehre und Forschung auch Studierende, die weniger gesundheitsaffin sind, mit dem Thema in Kontakt
  • gewährleistet die Einbindung der Betroffenen in die Steuerung des Prozesses
  • macht Akteure sichtbar und vernetzt sie miteinander
  • nimmt Rücksicht auf die Unterschiedlichkeit und Fluktuation von Akteuren und Strukturen

 

Im Projekt MyHealth dient also Forschung als Mittel zur Veränderung und Veränderung als Mittel zur Forschung (in Anlehnung an Lewin 1946: 34). Damit soll gewährleistet werden, dass Forschende und Studierende bei der kooperativen Zusammenarbeit gemeinsam voneinander lernen und ein Gleichgewicht zwischen Forschung und Veränderung besteht.

Dabei arbeiten wir multimethodisch: Je nach Frage- und Zielstellung der einzelnen Aktivitäten kommen unterschiedliche qualitative (Beobachtungen, Gruppendiskussionen, Fokusgruppen, Artefaktanalysen, Diary-Verfahren) und quantitative (Online-Umfrage, Netzwerkanalyse) Erhebungsmethoden, Verfahren der Forschungsstandrekonstruktion sowie Moderationsverfahren zum Einsatz.